Noch sind es vereinzelte Meldungen über Wolfsrisse in unserer weiteren Umgebung. Doch das ist Grund genug, zu beachten, was das Bundesamt für Naturschutz empfiehlt: „Es ist wichtig, Herdenschutzmaßnahmen schon vor eventuellen Wolf-Nutztier-Begegnungen umzusetzen, das heißt auch in Gebieten, in denen Wölfe zwar zu erwarten sind, derzeit aber noch nicht auftreten, … um so zu verhindern, dass sich Wölfe an das Reißen von schlecht
geschützten oder ungeschützten Weidetieren gewöhnen.“

Folgt man aber den Erfahrungsberichten von Weidetierhaltern, geht es nicht nur um Entschädigung für gerissene Nutztiere. Angegriffene Herden können so verstört werden, dass vorzeitige Schlachtung unvermeidlich ist. Deshalb sind die bestehenden Zahlungen für Schadensersatz und Schutzmaßnahmen, soweit solche überhaupt geeignet sind, unzureichend. Darüber hinaus: Der Befund der EU-Kommission, dass der Wolfsbestand nicht mehr gefährdet ist, wirft die Frage auf, ob und wo die Zahl der Wölfe durch Bejagung auf einem erträglichen Niveau gehalten werden sollte.
Ein Blick auf die Eifel-Toskana unterstreicht, dass Weidetierhaltung nötig ist, um dem Naturschutz gerecht zu werden. Diese Landschaft verlöre ihre Schönheit, wenn sie von 1,80 m hohen Zäunen eingepfercht werden müsste.

Was wir brauchen, ist vorsorgliches Handeln, das auch an kleinräumige Erfordernisse angepasst ist. Vorsorgliches Tun zählt. Bisher muss man wohl eher von hinhaltendem Tun sprechen. Das
ist zumindest für die Eifel zu wenig. Die Landesregierung ist gefordert.

 

Wilfried Wutgen
Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion Blankenheim