Gelegentlich rühmen wir uns in Blankenheim, das Zusammenwirken von Bürgern, Ehrenamtlern, Vereinen und Verwaltung sei ein gutes Beispiel für praktische Demokratie. Wie wahr! Nur setzt Zusammenarbeit ein gekonntes Management voraus. Ob das zwischen den Jägern und ihren Jagdgenossenschaften und Hegegemeinschaften, den Landwirten sowie dem Forstbetrieb der Gemeinde und der Kreis-Jagdbehörde gelingt, muss sich in Kürze zeigen.
Alle Akteure haben ein gemeinsames Thema, genauer, einen gemeinsamen „Gegner“: das Rotwild.
Prächtig anzusehen, wenn in der Brunftzeit Riesenherden auf den Lichtungen stehen. Leider viel zu viele.
Ca. 4 Tiere pro 100 ha gelten als verträglich mit Wald, Nutzpflanzen und Artengesundheit. Mindestens fünfmal so viele dürften es Im Gemeindegebiet und den angrenzenden Regionen sein.
Deshalb werden Anpflanzungen zum Umbau von Fichtenkulturen in klimaverträgliche Mischwälder weggefressen, ebenso Feldfrüchte und Getreide. Maßnahmen zum Schutz dieser Flächen? So viel Zäune sind unbezahlbar. Stattdessen ist die Reduzierung der Rotwildbestände geboten.
Wir drängen im Ausschuss für kommunale Betriebe seit Jahren darauf. Geschehen ist nicht viel, trotz Übereinstimmung, dass zu viel Rotwild mit erheblichen wirtschaftlichen und Vermögensschäden
bezahlt werden muss. Je nachdem, mit wem man sprach, waren es immer die anderen, an deren Mittun es fehlte. Nun endete eine gemeinsame Besprechung ohne Ergebnis. Dabei war klar: Zuerst braucht es eine aktuelle Zählung des Rotwildbestandes, dann eine Festlegung der nötigen Jagdziele, schließlich ihre Umsetzung mit geeigneten Mitteln, gemeinsamen Drückjagden etwa. Gebraucht wird also ein Kompromiss, wer welche Aktivitäten zu ergreifen und zu bezahlen hat. Es wäre ein schlimmer Fehler, wenn darüber keine Einigung erzielt werden kann.
Wilfried Wutgen
Vorsitzender der SPD im Gemeinderat